Appenzeller Spindeluhr

mit Vorderpendel ("Zappler") und Holzrädern (unsigniert und undatiert), um 1800

Diese Wanduhr ist eine typische Vertreterin einer Appenzeller Holzräderuhr.

Sie verfügt über ein Gehwerk mit Spindel und kurzem Vorderpendel und dem gestifteten Steigrad unter der Werkdecke.

Appenzeller Spindeluhr

Die Zeitanzeige erfolgt auf getrennt untereinander liegenden  Kreisen für Stunden und Viertelstunden (Minuten). Das Schlagwerk mit Schlossscheibe schlägt die Stunden auf eine kleine Gussglocke.

Beide Werke werden über Schnüre und Gewichte angetrieben. Die Gangdauer beträgt bei einer Fallhöhe von etwa 170 cm ca. 8 Stunden.


Das rechteckige  Uhrenschild aus Fichtenholz mit Bogengiebel schlägt in Form und Bemalung deutlich aus der Art. Nahezu alle Appenzeller Holzuhren weisen nämlich ein an den Seiten bauchiges, seltener in der Grundform rechteckiges Uhrenschild auf, versehen mit üppiger Blumenmalerei. Hier jedoch erinnert die Gestaltung an (neu-) gotisches Maßwerk, das dem Schild einen gewissermaßen sakralen Charakter verleiht. Es wäre gut denkbar, dass die Uhr für einen Pfarrhof, eine Sakristei o. ä. hergestellt wurde.


Die verwendeten Hölzer sind Nussbaum für Boden und Decke, Buche für Pfeiler und Platinen, sowie Apfelbaum für die Zahnräder von Geh- und Schlagwerk, die des Zeigerwerks sind aus Buche.

 

Restaurierung und Beschreibung: Reinhard Häfele