Gotische Eisenuhr

mit  Langpendel (unsigniert und undatiert)

Die eindrucksvolle Eisenuhr verfügt neben dem Gehwerk über ein Viertelstunden- und ein Stundenschlagwerk, deren Hämmer auf die über den Werken angeordneten Gussglocken schlagen.  Der Antrieb erfolgt über Schnüre und Gewichte.


Gotische Eisenuhr im Schattenburg-Museum

Das so wirkungsvolle Langpendel mit Anker kam im Zuge einer Modernisierung der Uhr etwa zwischen 1750 und 1800 hinzu, ebenso der Minutenzeiger (beide Zeiger den Originalen nachempfunden und ergänzt) und das Ziffernblatt. Ursprünglich erfolgte die Gangregelung des Gehwerks über Spindel und Waag (Foliot), die Zeitanzeige lediglich mittels eines Stundenzeigers.


Die bisher etwa um 1550 festgelegte Entstehungszeit der Uhr muss angezweifelt werden, da eine erhebliche Diskrepanz zwischen den Werkpfeilern (gotisch), und dem technischen Aufbau und der Ausführung der Räderwerke zu erkennen ist. Das muss aber nicht verwundern, da stilistische Überschneidungen in allen Epochen und bei nahezu allen Gegenständen, aber auch in der Architektur, Musik etc. immer wieder festzustellen sind. Tatsächlich dürfte die Uhr um 1600 oder später entstanden sein.


Die Gangdauer beträgt bei der jetzigen (überdurchschnittlichen) Hängehöhe der Uhr etwa 12 Stunden. Als Entstehungsort kommen Süddeutschland, Österreich oder die Schweiz in Frage.


Die Uhr kam als Schenkung einer Feldkircher Familie in den 1960er Jahren in die Schattenburg.