Reiseziel Museum 2015

So 02. August

So 06. September

Die Schattenburg in Feldkirch

Neu im Schattenburgmuseum:

Der Bettler in der Schenke von Jakob Franz Zipper, „il Todeschini“

Am 15. Juli 1664 wurde in Feldkirch den Eheleuten Hans Caspar Zipper und seiner aus Bludenz  stammenden zweiten Ehefrau Eva Rudolfin ein Knabe geboren, der auf den Namen Jakob Franz getauft wurde. Wer konnte damals schon ahnen, dass dieser einmal in Oberitalien als Maler Berühmtheit erlangen sollte? Bald wurde er dort „il Todeschini“ – also „Der kleine Deutsche“  – genannt und als Giacomo Francesco Zipper (Cipper) ging er in die Kunstgeschichte ein. Seine Bilder hängen heute in Sammlungen und Museen in London, Reims, Auxerre, Lüttich, Kopenhagen, München, Mailand, Venedig, Graz, Prag, Budapest, Krakau, Warschau, Kiew, St. Petersburg und Moskau.


Der viele Jahrzehnte lang in seiner Geburtsstadt völlig vergessene Künstler kann nun erfreulicherweise auch im Schattenburgmuseum mit zwei Werken vorgestellt werden. Zipper, der sich vor allem der Genremalerei verschrieben hatte, malte mit Vorliebe Motive aus dem Alltag. So konnte bereits vor einigen Jahren das Ovalbild „Der Brei essende Knabe“ erworben werden, das nun bei einem Museumsrundgang im „Bürgerlichen Zimmner“ entdeckt werden kann. Erst vor kurzer Zeit gelang es, ein zweites Werk Zippers für Feldkirch zu sichern, nämlich sein geradezu berührendes Bild „Der Bettler in der Schenke“.  Es hängt nun in der „Schatzkammer“ des Museums und zeigt vom Beschauer aus gesehen im linken Bildhintergrund einen Bettler auf einer Krücke, der seine Hand mit der Bitte um ein Almosen ausstreckt. Im Bildvordergrund sehen wir eine fröhliche Tafelrunde, wobei die in der Bildmitte sich befindliche Frau schon ganz verschämt einen „Obolus“ in ihrer Hand hält. Ein junger Knabe im Bildvordergrund versucht mit einem runden Sieb sein Glück als Fliegen- oder Insektenfänger. Ein besonderer Reiz gewinnt Zippers Bild auch durch den ganz rechts dargestellten Dudelsackbläser. (MAG)