Astronomische Holzuhr, mit Kirchturm und Glocke
38,5 x 63 x 16,5 cm, Steigegewichte ergänzt, um 1700 ? (UH-IV 4 / MV 15)
Diese Astronomische Uhr stammt vermutlich aus dem ehemaligen Kloster Valduna, Rankweil. Die Räder des Uhrwerks sind aus Holz gefertigt. Es wurden die Stunden, die Monate (Tierkreiszeichen), die Planetenstunden (1 Umlauf in 7 Jahren!) und Wochentage, Sonnenaufgangszeiten und Mondphasen angezeigt.
Als Besonderheit kann die Planetenstundenanzeige gelten, die noch auf das Geozentrische Weltbild des Ptolemäus zurückgeht. Von der Erde aus gesehen werden neben dem Mond der Reihe nach ihrer Entfernung zur Sonne die Planeten aufgezählt, und zwar von der kürzesten zur längsten Umlaufzeit. Der Tag beginnt um 6 Uhr morgens. Jede Stunde des 12 Stunden dauernden Tages ist der Sonne, dem Mond oder einem Planeten zugeordnet, so dass zum Beispiel die Sonne die 1. Stunde, die 8., 15. und 22. Stunde beherrscht. Mittels eines siebenzackigen Sternes, der noch auf mittelalterliches Gedankengut deutet, werden diese aufgeschlüsselt. Der jeweils nächste Wochentag kommt daher immer gegenüber zu liegen.
An der Verbreitung des Heliozentrischen Weltbildes des Nikolaus Kopernikus hatte der Feldkircher Astronom, Mathematiker und Arzt Georg Joachim Rheticus (1514-1574) entscheidenden Anteil, da dieser die neue Lehre durch seine Druckschrift "Narratio prima", Danzig 1540, erstmals bekannt machte und durch sein Hauptwerk "De revolutionibus orbium coelestium", Leipzig 1543, weltweit verbreitete.
In der Veitskapfgasse (Nähe Haus Nr. 4) erinnert eine schmiedeeiserne Kugelsonnenuhr mit Erinnerungstafel an Rheticus, dem auch ein Mondkrater und neuerdings ebenso ein Kleinplanet gewidmet wurde.
